8 Brücken – Musik für Köln / Im Puls

Rein in die Probe – raus aus der Probe – Üben – Essen – Schlafen – Üben - Bahnhof (Freiburg) – Bahnhof (Köln) – einchecken – üben – rein in die Probe – raus aus der Probe – üben – essen – schlafen – später noch die Konzerte in der Philharmonie und so weiter.

In 10 Tagen beginnen die Wittener Tage für neue Kammermusik und als uraufführender rechercheur sollte man bis dahin möglichst keine weiteren Verpflichtungen als die oben beschriebenen haben.

Aber darüber wird in dem diesem folgenden Reisebericht zu lesen sein.

In Köln waren wir zu Gast beim Festival „8 Brücken – Musik für Köln“. Themenschwerpunkt dort war zum einen die Musik György Ligetis und zum anderen das Motto „ Im Puls“.

Am 1. Mai war für die Kölner der Eintritt frei zu allen Veranstaltungen an diesem Tag und sie kamen auch zahlreich, mit Kind und Kegel.

Wir steuerten das Konzert im Filmforum um 15.30 Uhr und die Veranstaltung im Foyer der Philharmonie um 19 Uhr bei.

Im Filmforum boten wir Stücke von José Rio-Pareja (UA), Hans Abrahamsen und Luis Codera Puzo dar, wobei die beiden Erstgenannten im Saal anwesend waren.

Im Foyer spielten wir Ligetis „Aventures“ und „Nouvelles Aventures“ unter Leitung von Titus Engel, einem Meister in Darstellung des Erstarrungszustandes (eine in der Partitur mehrfach vorkommende Spielanweisung für alle beteiligten Musiker). Als Tastendrücker konnte ich die offensichtlich hin- und mitreißende Performance der grandiosen neuen Vocalsolisten aus Stuttgart, Sara Maria Sun, Truike van der Poel und Guillermo Anzorena leider nur von hinten, und somit nur bruchstückhaft verfolgen. Den Blick auf Titus im Erstarrungszustand konnte ich dagegen aus bestem Winkel genießen. Meine Erstarrungszustandblickrichtung war dementsprechend ausgerichtet. Dieses Ereignis wiederum ist dem Publikum vorenthalten geblieben.

Tosender Applaus erfüllte das Foyer der Philharmonie nach einer gelungenen Darbietung.

Ein Teil von uns fuhr noch am selben Abend zurück. Wir bekamen den Zug um 19.57 Uhr von Köln HBH. Gut für Witten – dann kann es am Freitagvormittag gleich weitergehen mit Üben.

Diesen Zug erreichten wir allerdings nur unter Verzicht auf das nach einem Konzert übliche Ritual Konzertgarderobe aus – lässiges Outfit an.

Hier diente wohl erstmalig der ICE Großraumwagen als Musikergarderobe. Dieses Schauspiel wurde allerdings nicht euphorisch gefeiert – kein stürmischer Applaus hier von den äußerst spärlich besetzten Plätzen.