Festival Ultraschall in Berlin

Eine Girlande für die Ohren präsentierte das ensemble recherche beim diesjährigen Ultraschall-Festival in Berlin. „Here the Deities approve“ hatte der verantwortliche Redakteur vom rbb, Andreas Göbel, das Konzert überschrieben und bezog sich dabei auf die gleichnamige Arie von Henry Purcell. Sie war das erste Stück des Abends, denn alle weiteren vierzehn folgenden nahmen darauf Bezug, waren aber ausschließlich deutsche Erst- bzw. Uraufführungen. Damit war nicht nur der Bogen vom Barock zur Gegenwart, sondern auch von Berlin zur Fondation Royaumont nahe Paris gespannt, wo ein Teil des Programms letztes Jahr anlässlich des Jubiläums der Fondation seinen Anfang nahm. Für das Konzertpublikum sind solche Programme, die aus vielen kleinen Leckerbissen bestehen, abwechslungsreich und unterhaltsam, setzt sich doch jeder Komponist und jede Komponistin anders mit dem Stoff auseinander, persönlich, ironisch, demütig, kritisch oder dekonstruktivistisch. Den Interpreten verlangt es ein Höchstmaß an Flexibilität und schnelles Umschalten von einer Stimmung, einem Stil in etwas ganz anderes ab. In der voll besetzten Kreuzberger Heilig-Kreuz-Kirche klappte das bestens. Die Akustik des neogotische Backsteinbaus sorgte für eine schöne Klangmischung, die Stimme des Countertenors Daniel Gloger erfüllte wunderbar den Kirchenraum. Andreas Göbel nutzte die Umbaupause für Komponistengespräche und trug so seinerseits zur persönlichen Atmosphäre bei, die das ganze Programm umgab. Bleibt noch ein Tipp für Berlin-Kenner, die die Kirche nicht nur während des Ultraschall-Festivals, sondern auch bei anderen Konzerten besuchen: der selbstgebackene Kuchen im Kirchencafé ist meisterhaft, eine professionelle italienische Kaffeemaschine sorgt für entsprechende Begleitung und die Liebenswürdigkeit derer, die dort die Gäste umsorgen, ist nicht zu überbieten!

Fotos: Peter Härringer