Im Ulmer Münster, April 2013

Selten haben wir uns im Vorfeld eines Konzertes so viele Gedanken über die uns erwartende Akustik des Aufführungsortes gemacht. Von Freiburg, der Stadt mit dem schönsten Kirchturm der Christenheit ging es in nach Ulm, die Stadt mit dem höchsten Kirchturm der Welt. Spielort: das Ulmer Münster. In Ulm fand die 1. Internationale Donau-Kulturkonferenz statt, in deren Rahmen wir das Abendkonzert spielten. Im Koffer 2 Werke von Komponisten, deren Leben mit der Donau in Beziehung stehen: A. Schönbergs Streichtrio (Schönberg, der ja fest mit Wien an der Donau verbunden ist) und W. Rihms ?Über die Linie VI (Donaueschingen, das Mekka der Neuen Musik ist eng auch mit den zahlreichen dortigen Uraufführungen Rihms verbunden). Die beiden Werke umrahmten die Performance ?donaufließen? des Akademietheaters Ulm. Natürlich ließ der lange Nachhall des riesigen Kirchenraumes die Werke ganz anders erklingen, als wir es sonst gewohnt sind ? so als ob die Farben eines Altarbildes anfangen, ineinander zu verfließen....aber die größte Herausforderung blieb überraschender Weise die Spieltemperatur. Draußen, endlich die ersten, langersehnten, warmen Frühlingstage mit 25 Grad, drinnen zwischen 8 und 10 Grad Celsius. Mit klammen Fingern, kalten Füßen und eiskalten Instrumenten in der feucht kalten Luft, diese Aufführungen in dem wunderschönen Raum werden uns in Erinnerung bleiben. Die Freude, nach dem Konzert hinaus ins Warme zu treten war groß!