Luxemburg im Januar 2016

Ein großes Konzert, zu dem das Ensemble eingeladen war, fand am 18.1.2016 im Grand Auditorium der Luxemburger Philharmonie statt. Es handelte sich um ein programmatisches Gesamtkonzept des rührigen und erfinderischen Dramaturgen Bernhard Günther, mit dem wir im Rahmen des jährlich stattfindenden Festivals „Rainy Days“ (zuletzt spielten wir dort einen Streichtrio-Marathon im November 2015) häufig und gern zusammenarbeiten. Das Projekt war aus dem Jubiläum zum 50. Jahrestag der Philharmonie letzten Sommer ausgelagert worden, weil es den Großen Saal damals unzumutbar lange blockiert hätte. Viele und vielerlei Kräfte waren beteiligt: der österreichische Maler Markus Huber malte live auf einer ca. 5x2 Meter großen Leinwand und in einem Video oberhalb der Bühnenebene, der Dichter Nico Helmiger trug, auf und ab gehend, seine Texte vor, ein von Kopf bis Fuß schwarz eingefärbter Tänzer trat auf und diente zuletzt als Teil der Malfläche, die Luxemburger Sopranistin Mariette Lentz auf der Bühne und der Chor INECC von den Seitentribünen sangen zusammen mit dem im Raum verteilten Luxemburger Ensemble „United Instruments of Lucilin“ die mehrteilige Uraufführung „Abrasch“ des Komponisten Camille Kerger.

Und wir? Wir waren mit drei Stücken von Morton Feldman „The viola in my life“ I, II, III, die seit mehr als 25 Jahren zu unserem Repertoire gehören, in den Ablauf eingebaut. Diese Musik stammt im Gegensatz zu Kergers frisch komponierter Musik aus den 70er-Jahren, und doch strahlte sie unvermindert modern und zeitlos, hell und warm, bescheiden und selbstbewusst zugleich, in der herrlichen Akustik dieses Raumes.