Münchener Biennale 2014

In vieler Hinsicht ungewöhnlich für uns war die Oper „Das geopferte Leben“ von Hector Parra, die wir am 20.5.2014 bei der Münchner Biennale für neues Musiktheater uraufgeführt haben:

 

- Die Partitur war rechtzeitig fertig!

- 4 Sänger des Freiburger Theaters, 7 Musiker des Freiburger Barockorchesters und 7 Musiker des ensemble recherche musizierten zusammen.

- Es gab nicht nur die Uraufführung, sondern insgesamt sechs Aufführungen, jeweils drei in München und drei in Freiburg.

- Im Gegensatz zu unseren „normalen“ Konzertreisen (ein Tag hin, ein Tag dort, ein Tag zurück) reisten wir nach München für insgesamt 10 Tage, denn die Proben mit den Sängern mußten natürlich in der Originalsituation stattfinden.

- Durch die anderen Zeitpläne, die für Opernhäuser gelten, war zwei Tage vor der Premiere der Zustand erreicht, wo es für viele Tage in Folge nur noch eine abendliche Probe oder Aufführung gibt, der Rest des Tages war frei!

- Hector, der Komponist, begleitete uns vom ersten Probetag in Freiburg bis zur letzten Aufführung, immer freundlich, wach und bereit, jede Frage zu beantworten.

- In München spielten wir im Orchestergraben des Carl-Orff-Saals im Gasteig, in Freiburg in der Theaterhalle auf dem Brauereigelände Ganter, weil das Große Haus in der Stadtmitte renoviert wird.

- Die Musik formte mal leidenschaftlich, mal schwärmerisch und mal humorvoll den Charakter und die Gefühlslage der Bühnenfiguren. Von Parras Klarheit und Sicherheit, auch hinsichtlich des Zusammenwirkens der verschiedenen Klangfarben aus den historischen und den modernen Instrumenten, könnten sich viele junge Komponisten eine Scheibe abschneiden. Gleichzeitig führte die Eindeutigkeit der Musik bei einigen kritischen Geistern natürlich zu dem Vorwurf, sie sei „kitschig“. Die Presse und die große Mehrheit des Publikums waren hingegen begeistert, teilweise zu Tränen gerührt. Dazu trug auch das Thema der Opernhandlung bei:

Liebe und Tod, Mann und Frau, Mutter und Sohn.