Reisebericht Luxemburg

In jährlichem Turnus dürfen wir Ende November immer wieder ins graue Luxemburg zu den rainy days fahren. Das von Bernhard Günther mit ungeheurem Spürsinn organisierte Festival stand diesmal unter dem Motto "take your time".

Neben vielen Konzerten waren auch viele spannende Installationen zu sehen.

Von Erwin Stache "Kilo Meter pro Stunde" eine Geschwindigkeitsmessung für Vorbeigehende, bei der statt der Anzeige "Sie fahren…" nun "du gehst …" blinkt. Aus der Schrittgeschwindigkeit werden elektronisch veränderte Schrittgeräusche generiert und über Lautsprecher zugespielt.

Von Lynette Wallworth ein interaktives Video "still waiting", in dem die Zuschauer beim Eintreten in den Raum einen Schwarm an fliegenden Corella Vögeln aufsteigen lassen.

Von Ragnar Kjartansson ein halbstündiges Musikvideo in einer pinkfarbenen Deko,  bei dem er den immer gleichen Satz in verschiedenen Modulationen und unterschiedlicher Orchestrierung singt : "sorrow conquers happiness"("Leid besiegt das Glück")

Zwei Videoinstallationen von Francis Alÿs "when faith moves mountains" aus Lima, Peru, bei dem er mit 500 Helfern eine Sanddüne um wenige Zentimeter versetzt und die Installation "politics of Rehearsel", bei der ein Striptease mit einer Probe mit Brahmsliedern verbunden wird.

Sehr zu empfehlen ist auf seiner Homepage (www.fancisalys.com) eine Aktion aus Mexico City"Sometimes Making Something Leads to Nothing". Dabei schiebt er einen großen Eisblock so lange über die heißen Straßen der Stadt, bis dieser geschmolzen ist.

Wir spielten Teile unseres Lovesongs angereichert durch eine Wagner-Bearbeitung  von Tristan und Isolde für 2 Pianisten und eine Liszt-Orpheus-Bearbeitung im rot ausgeleuchteten und mit Räucherkerzen eingenebelten Kammermusiksaal.