Reisebericht Parma 3. November 2016

Wieder hat Martino Traversa, der Gründer des Festivals „Traiettorie“, uns nach Parma eingeladen, in die Heimat des Parmesan, der Tortelli, des Parma-Schinkens, des Teatro Farnese (beherbergte Theater-Seeschlachten auf echtem Wasser zu Medici-Zeiten) und eines Renaissance-Baptisteriums aus hellrosa Marmor voller Skulpturen des Benedetto Antelami. Die Liste ließe sich fast beliebig lange fortsetzen - kaum ein Reiseziel ist unter uns Ensemblemusikern so beliebt. Dieses Jahr fuhren wir zu sechst, im Programm waren zwei Streichtrios von Gabriele Manca und Stefano Scodanibbio, gemischte Besetzungen von Wolfgang Rihm und Hilda Paredes, und zum Schluss Schönbergs Kammersinfonie in der Reduktion von Webern.  Wir haben es genossen, in der Casa della musica, einem Teil des umgebauten Palazzo Cusani, unter jahrhundertealten Balken zu spielen.

Eine Besonderheit bestand diesmal in der Unterbringung. Zu den Sponsoren des Festivals gehört das große alte Hotel Sina Maria Luigia. Mein Zimmer hatte komplett gepolsterte, mit Brokat bezogene Wände in Rot und Gold, was ich in einem Schaufenster für altmodisch gehalten hätte. In Wirklichkeit darin zu wohnen, gab mir jedoch ein Gefühl von Schutz und Geborgenheit, was wieder einmal beweist, dass Urteile ohne Erfahrung nichts wert sind.