Reisebericht rainy days Luxemburg 29.11.2014

Am 28.11. ging es mit dem PKW Richtung Luxemburg. Ich selbst musste einen Umweg in Kauf nehmen, da ich am selben Abend noch eine Mucke hatte, wie der gestandene Vielspieler zu sagen pflegt. Aus diesem Grund verpasste ich die Einladung des rainy days Festivals zum Abendessen ins Restaurant der Philharmonie Luxemburg, und glaubt man den Berichten der Kollegen am darauffolgenden Tag, so habe ich tatsächlich etwas verpasst: Tagliatelle, Dorade, Entrecôte.....muss lecker gewesen sein.

Da ich aus dem genannten Grund erst später in der Nacht in Luxemburg eintraf und es die Generalprobenplanung auch erlaubte (viele klein besetzte Stücke, Solostücke) durfte ich ein wenig länger schlafen als meine Mitstreiter. Probenbeginn nicht schon um 9 Uhr, sondern 1 Stunde später. Dies wurde mir aber beim Frühstück zum Verhängnis. Zur besten Spätaufsteherfrühstückzeit ein Menschenauflauf wie auf dem Freiburger Weihnachtsmarkt am frühen Samstagabend und eine gewaltige  Schlange vor dem einzigen Kaffeeautomaten. Der Kaffee musste also ausgerechnet an diesem Morgen ausfallen. Eine Schande angesichts der knapp 400 Euro, die man hier im Meliahotel laut Aushang an der Zimmertür wohl pro Nacht bezahlt.

Gemäß dem Motto des diesjährigen Festivals „switch the light on“ waren in verschiedenen Räumen, Stellen, Nischen in der Philharmonie Lichtinstallationen von Dan Flavin, Brigitte Kowanz, Paul Schwer und Michel Verjux, Leihgaben der „Ege Kunst- und Kulturstiftung Freiburg/Breisgau“, ausgestellt. Diese waren die ganze Woche über dem Publikum zugänglich. Am Nachmittag des 29.11. nun spielten wir Solostücke, Duos, Trios und auch ein Quintett: Nachtmusik von Christian Winther Christensen, vor, neben oder hinter den Lichtinstallationen. Immer ungefähr 15 Minuten lang. Das Publikum konnte aus einer Sammlung von Darbietungen (mitunter 2 oder 3 parallel) auswählen, einen persönlichen Parcours absolvieren. Ein gelungener Nachmittag, wie viele befanden.

Viel später am Abend traf ich dann zufällig noch im Restaurant des Hotels eine Person, die auch in meinem vorletzten Reisebericht (Köln Philharmonie Mai 2014) besonders erwähnt wird.

Ein Mann mit ganz besonderen Qualitäten, die, wie sich im Gespräch herausstellte, auch in Luxemburg wieder zum Einsatz kommen sollten, nämlich am Sonntagabend bei der Mitwirkung der Aufführung von Yves Kleins „Symphonie monoton – Silence“, dem einzigen musikalischen Werk, das dieser je verfasst hat.

Dort sollte unser Spezialist das Orchester verstärken, für ihn branchenfremd hier mit dem Kontrabass. Das Stück darf nur mit einer gewissen Anzahl von Streichern aufgeführt werden – deswegen die Verstärkung des Orchesters des Konservatoriums der Stadt Luxemburg. Auch der künstlerische Leiter des Festivals Bernhard Günther griff zum Cello und wirkte mit.

Das Stück ist in 2 Abschnitte von je 20 Minuten aufgeteilt. Im 2.Abschnitt sollen die Musiker erstarren – Stille. Und wer könnte brillanter erstarren als...

Der kundige Reiseberichtleser wird längst erkannt haben, wer hier gemeint ist.

Falls nicht, einfach zurückblättern und nochmal nachlesen, was sich in der Kölner Philharmonie im Mai zugetragen hat.