San Sebastian

Zum sechsten Mal in fünf Jahren ist das ensemble recherche zu Gast in San Sebastian im Baskenland. Das Festival „Musika Hamabostaldia Quincena Musical“, das schon zum 76. Mal stattfindet, beginnt am 1. August und endet am 30. dieses Monats. Innerhalb des Festivals, bei dem dieses Jahr unter anderem die Orchester aus Petersburg, des WDR Köln oder das Mahler Chamber Orchestra neben Solisten wie Grigory Sokolov oder Jordi Savall auftraten, gibt es auch eine Serie von Konzerten mit zeitgenössischer Musik – Musika Garaikideko. Unser Konzert findet statt am Samstag – Larunbata 29.8. im Kammermusiksaal des „Kursaal“. Der Saal heißt tatsächlich Auditorio Kursaal. Ob das seiner exquisiten Lage direkt am Strand geschuldet ist? Jedenfalls war am Konzerttag an diesem Strand, dem nördlichen (San Sebastian hat direkt im Zentrum 2 Strände), da, wo es Wellen gibt, schwer 'was los. Wochenende, strahlend blauer Himmel, Partymusik, Menschenmassen im Sand – Kontrastprogramm zu dem, was wir gerade in der Generalprobe am Vormittag absolviert hatten.

Begonnen hatten wir die Probe mit „Epístola del transeúnte“ von Luis de Pablo. Der Komponist war anwesend, denn auch in San Sebastian beging man seinen 85. Geburtstag. In die Pause zwischen erstem und zweitem Satz platzte ein freudiges „Bravo“ des Meisters selbst. Und auch nachdem wir das ganze Werk präsentiert hatten, stand Luis de Pablo die Zufriedenheit ins Gesicht geschrieben. Daneben standen auf dem Programm das Sextett von Brian Ferneyhough und eine Auswahl an Liebesliedern, so von Abrahamsen, Lazkano, Czernowin, Parra, Mendoza, Fox, Winkler, Staud, Kröll, Richard, Riehm, Ronchetti, Smolka, Steinke, Walter, Winkler, Zagaykevych - eine bunte Mischung! Nach der Generalprobe konnte man sich dann nach Belieben, genau wie am Vorabend, dem Abend des Anreisetages, wieder den Pintxos widmen, jenen übergroßen Tapas, die die Theken der Bars und Restaurants in der Altstadt San Sebastians nahezu komplett bedecken. Als Appetithappen gedacht, ergeben allerdings 4 oder 5 dieser Köstlichkeiten schon fast ein vollwertiges Mahl. Für mich und meine Familie, die mich auf dieser Reise begleitete und das Shoppingangebot sowie  die kulinarischen Freuden der Stadt ausgiebig nutzte, so dass wenigstens das Konzerthonorar wieder in der Stadt investiert wurde, ging es unmittelbar nach dem Konzert von San Sebastian zurück an „unseren“ Strand nördlich des Baskenlandes in Frankreich. Noch ein paar Tage Ferien.  Die verbliebenen Rechercheure verbrachten den Abend in Begleitung von Ramon Lazkano und Luis de Pablo bei baskischen Leckereien und der einen oder anderen Cana, wie ich stark vermute.