WIR WAREN DIE HELDINNEN!

Am 28. und 29. November legten wir drei Damen des trio recherche einen wahren Konzertmarathon beim Festival "rainy days" in Luxemburg hin. Unser erstes Konzert bestand aus 6 zum Teil recht langen Streichtrios. Es begann um 16 Uhr und endete glorreich gegen 18.30. Das Thema des diesjährigen Festivals, "suspense", war für uns physisch wie mental durchaus nachvollziehbar, hatten wir doch in unserer Trio-Zaubertüte sowohl Klassiker wie Schönberg, Webern, Xenakis und Lachenmann wie auch ein Trio des Österreichers Clemens Gadenstätter und sogar ein Uraufführungswerk des jungen Komponisten Philipp Maintz , mit dem wir schon in Freiburg  gearbeitet hatten und der auch zugegen war. Da zwei der aufzuführenden Trios eine teilweise extreme Skordatur erfordern, sind wir am Vortag mit je 2 Geigen, 2 Bratschen und 2 Celli angereist. Instrumental gesehen waren wir also ein Streichsextett! Zur Belohnung gab es am Abend ein schönes Orchesterkonzert des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg mit Werken von Lachenmann, Steen-Andersen und Mahler. Auch hier kam gleich zu Anfang des piano concerto von Simon Steen-Andersen Spannung auf, als die Elektronik kurzfristig streikte. Am Tag darauf traten wir noch einmal um15 Uhr auf, diesmal im abgedunkelten Kammermusiksaal der Philharmonie, um das halbstündige wunderbare Trio "Mani. Giacometti" des ebenfalls anwesenden Komponisten Pierluigi Billone zu interpretieren. Dies gelang uns in dieser konzentrierten Atmosphäre sehr gut, der Funke seiner beschwörenden, intensiven und bisweilen magischen musikalischen Sprache zündete und begeisterte das Publikum. Mit diesem schönen Gesamterfolg haben wir mindestens drei lebende Komponisten glücklich gemacht (ja, ja, Helmut Lachenmann war auch da!) und vielleicht haben sogar die alten toten Meister gelauscht!

Foto: Philipp Maintz