Wittener Tage für neue Kammermusik - 40 Jahre Arditti Quartett

Seit vielen Jahren ist das ensemble recherche regelmäßig Gast bei den Wittener Tagen für neue Kammermusik. Diesmal im Koffer zwei Uraufführungen: Steven Daversons „Filonov’s microscope“ und Brice Pausets „Schwarzmärkte“. Hinzu kamen zwei weitere Werke von Philippe Manoury: „Geste“ für Steichtrio und „Petit Aleph“ für Flöte solo.

Das Wittener Festival hat für mich immer zwei Seiten: als Hörer ist es  eine unglaublich spannende Situation, in knapp 3 Tagen viele neue Stücke zu hören  - das gibt es so kompakt sonst nirgendwo auf der Welt!

Als Interpret ist es immer sehr, sehr anstrengend! Neue Werke, teilweise erst kurz vor dem Festival fertiggeschrieben, werden mit intensivstem Probenaufwand vorbereitet und dort vor interessiertem, fachkundigem, neugierigem Publikum erstmalig aufgeführt. So blieb dieses Jahr mein Hörgenuss etwas auf der Strecke...

Bei allem Probenstress war es mir in diesem Jahr nur möglich, ein einziges anderes Konzert zu hören, dieses wollte ich aber keineswegs verpassen: das Festkonzert zum 40jährigen Bestehen des Arditti Quartetts! Für mich sind die Kollegen in vielerlei Hinsicht immer ein Vorbild gewesen – unerschrocken, neugierig, hochkompetent – auch nach 40 Jahren immer noch „mustergültig“! Zu hören war ein bunter Reigen von Kompositionen, die speziell für dieses Konzert dem Quartett zum Geburtstag geschenkt wurden. Von Abrahamsen über Birtwistle, Ferneyhough, Hosokawa, Kurtag, Rihm u.v.a. – ein wirklich würdiger Abend! Liebe Ardittis, herzlichen Glückwunsch zum 40. Geburtstag!!